Jahresrückblick – ARD Wien https://www.ard-wien.de ARD Wien Website Fri, 29 Dec 2017 16:10:10 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.4 https://hayvan-storage-wordpress-master-studiowien.s3.amazonaws.com/uploads/2016/02/cropped-wien_favicon_512-1-32x32.png Jahresrückblick – ARD Wien https://www.ard-wien.de 32 32 Jahresrückblick des ARD-Studios Wien/Südosteuropa https://backup.ard.wien/2017/12/30/jahresrueckblick-ard-studio-wien-2017/ https://backup.ard.wien/2017/12/30/jahresrueckblick-ard-studio-wien-2017/#respond Sat, 30 Dec 2017 05:00:55 +0000 https://backup.ard.wien/?p=55327 Das war 2017 Österreich hat eine neue Regierung, Rumänien kommt wegen der umstrittenen Justizreform nicht zur Ruhe, die letzten Urteile des Internationale Gerichtshof für das ehemalige Jugoslawien haben die Region in Wallung gebracht. Diese und viele andere Themen haben uns 2017 beschäftigt. Viele von Ihnen haben wir auf unserer Website abgebildet. Hier sehen sie eine […]

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Das war 2017

Österreich hat eine neue Regierung, Rumänien kommt wegen der umstrittenen Justizreform nicht zur Ruhe, die letzten Urteile des Internationale Gerichtshof für das ehemalige Jugoslawien haben die Region in Wallung gebracht. Diese und viele andere Themen haben uns 2017 beschäftigt. Viele von Ihnen haben wir auf unserer Website abgebildet. Hier sehen sie eine Auswahl der Geschichten, die uns besonders bewegt haben. Das Team des ARD-Studios Wien wünscht Ihnen einen guten Rutsch und alles Gute für 2018. Artikel auf www.ard-wien.de lesen

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Österreichs neue Sicherheitsstruktur https://backup.ard.wien/2016/12/31/jahresrueckblick-2016-michael-mandlick/ https://backup.ard.wien/2016/12/31/jahresrueckblick-2016-michael-mandlick/#respond Sat, 31 Dec 2016 11:00:16 +0000 https://backup.ard.wien/?p=46293 Jahresrückblick Michael Mandlik Balkanroute geschlossen? Migration unterbunden? Flüchtlingskrise vorüber? Von wegen! Mit Beginn meiner neuen Tätigkeit als ARD-Korrespondent und Studioleiter Fernsehen im ARD-Studio Wien im Januar 2016 hatte mich diese Thematik vom ersten Tag an quasi eingesaugt und auch die kommenden Monate intensiv beschäftigt. Artikel auf www.ard-wien.de lesen

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Jahresrückblick Michael Mandlik

Balkanroute geschlossen? Migration unterbunden? Flüchtlingskrise vorüber? Von wegen! Mit Beginn meiner neuen Tätigkeit als ARD-Korrespondent und Studioleiter Fernsehen im ARD-Studio Wien im Januar 2016 hatte mich diese Thematik vom ersten Tag an quasi eingesaugt und auch die kommenden Monate intensiv beschäftigt. Artikel auf www.ard-wien.de lesen

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Mazedonien und der Niedergang der „Bunten Revolution“ https://backup.ard.wien/2016/12/27/jahresrueckblick-2016-till-rueger/ https://backup.ard.wien/2016/12/27/jahresrueckblick-2016-till-rueger/#respond Tue, 27 Dec 2016 09:19:35 +0000 https://backup.ard.wien/?p=46123 Jahresrückblick Till Rüger Artikel auf www.ard-wien.de lesen

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Jahresrückblick Till Rüger

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Florin Buhuceanu - ein mutiger Kämpfer für Gleichberechtigung in Rumänien https://backup.ard.wien/2016/12/25/jahresrueckblick-2016-andrea-beer/ https://backup.ard.wien/2016/12/25/jahresrueckblick-2016-andrea-beer/#respond Sun, 25 Dec 2016 07:00:23 +0000 https://backup.ard.wien/?p=46107 Jahresrückblick Andrea Beer ACCEPT setzt sich für Gleichberechtigung ein. Von Schwulen und Lesben, sowie weiteren Menschen die nicht als Mann und Frau heiraten oder Familie gründen wollen. Das ist eine gefährliche Arbeit. „Ich bin angegriffen worden und es gab auch Attacken auf meine Wohnung. Aber das muss man auf sich nehmen, wenn man sich für […]

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Jahresrückblick Andrea Beer

ACCEPT setzt sich für Gleichberechtigung ein. Von Schwulen und Lesben, sowie weiteren Menschen die nicht als Mann und Frau heiraten oder Familie gründen wollen. Das ist eine gefährliche Arbeit. „Ich bin angegriffen worden und es gab auch Attacken auf meine Wohnung. Aber das muss man auf sich nehmen, wenn man sich für Menschenrechte einsetzt. Man kann sich nicht ein Leben lang verstecken oder ängstlich umsehen.“ sagt Florin Buhuceanu. Artikel auf www.ard-wien.de lesen

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Das Jahr des Wahlkrimis – Schauplatz Österreich https://backup.ard.wien/2016/12/23/jahresrueckblick-2016-ralf-borchard/ https://backup.ard.wien/2016/12/23/jahresrueckblick-2016-ralf-borchard/#respond Fri, 23 Dec 2016 07:28:05 +0000 https://backup.ard.wien/?p=46089 Jahresrückblick Ralf Borchard Hätte jemand vor einem Jahr einen Politkrimi geschrieben, der ein fast einjähriges Dauerduell zwischen Ex-Grünen-Parteichef Van der Bellen und FPÖ-Kontrahent Norbert Hofer voraussagt, niemand hätte das Buch ernst genommen… Artikel auf www.ard-wien.de lesen

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Jahresrückblick Ralf Borchard

Hätte jemand vor einem Jahr einen Politkrimi geschrieben, der ein fast einjähriges Dauerduell zwischen Ex-Grünen-Parteichef Van der Bellen und FPÖ-Kontrahent Norbert Hofer voraussagt, niemand hätte das Buch ernst genommen… Artikel auf www.ard-wien.de lesen

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https://backup.ard.wien/2015/12/30/ein-jahr-des-abschieds/ https://backup.ard.wien/2015/12/30/ein-jahr-des-abschieds/#respond Wed, 30 Dec 2015 05:00:45 +0000 https://backup.ard.wien/?p=29913 Jahresrückblick von Susanne Glass Für mich war 2015 ein Jahr des Abschiednehmens. Manches Mal war ich melancholisch, vor allem aber war ich dankbar für diese spannenden Erfahrungen, die vielen interessanten Reisen und über die Freundschaften, die entstanden sind. Weil für mich nach 15 Jahren meine Zeit in Wien und Südosteuropa zu Ende geht. Ich habe […]

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Jahresrückblick von Susanne Glass

Für mich war 2015 ein Jahr des Abschiednehmens.

Manches Mal war ich melancholisch, vor allem aber war ich dankbar für diese spannenden Erfahrungen, die vielen interessanten Reisen und über die Freundschaften, die entstanden sind. Weil für mich nach 15 Jahren meine Zeit in Wien und Südosteuropa zu Ende geht. Ich habe diese Stadt, sowie die ganze abwechslungsreiche Region und ihre Menschen sehr ins Herz geschlossen.

Vor allem aber meine Kolleginnen und Kollegen in allen Ländern des Berichtsgebietes und im Studio Wien. Ein so wunderbares Team. Ich danke Euch allen sehr für Eure professionelle Unterstützung und persönliche Freundschaft.

Den Platz in meinem Herzen werdet ihr immer behalten!

Nach 15 Jahren war die Zeit aber auch reif für eine neue Herausforderung, auf die ich mich sehr freue. – Nämlich die Leitung des ARD-TV-Studios in Tel Aviv. Auch ein sehr spannendes Berichtsgebiet mit tollen Kolleginnen und Kollegen.

Susanne Glass mit dem Flüchtlingsjungen Nihat am Budapester Bahnhof Keleti. Foto: BR
Susanne Glass mit dem Flüchtlingsjungen Nihat am Budapester Bahnhof Keleti. Foto: BR

Das gute an einer Zeit des Abschiednehmens ist, dass man alles ganz bewusst erlebt. Und dies habe ich dann auch im zurückliegenden Jahr getan. Ganz gezielt und privat noch Regionen in Österreich bereist, wo ich schon lange hinwollte. Intensiv meine Hobbys betrieben. Schwimmen und Schauspiel. Beruflich habe ich mich darüber gefreut, dass ich die Gelegenheit hatte, Menschen noch einmal zu besuchen, über die ich schon vor Jahren berichtet hatte. Etwa Alen Muhic in Bosnien-Herzegowina, der aus einer Kriegsvergewaltigung stammt, seine Eltern nie kennengelernt hat. Aber der sich dank liebevoller Adoptiveltern zu einem sehr sympathischen, im Leben fest verankerten jungen Mann entwickelt hat – neuerdings auch zu einem liebevollen Ehemann. Alen hat im Sommer geheiratet. Der Film über ihn wird jetzt sogar Jugendlichen in Ruanda gezeigt. Als Teil einer Therapie, die ihre Kriegstraumata lindern soll. Schön, wenn sich Geschichten so entwickeln. Gerade auch im Jahr 20 nach dem Massaker von Srebrenica. Eine weitere Begegnung, die mich sehr beeindruckt hat, war die mit dem syrischen Flüchtlingsjungen Nihat auf dem Budapester Bahnhof. Und einige Monate später unser Besuch bei ihm und seiner Familie in der neuen Heimat Finnland.

Während ich diese Zeilen schreibe sitze ich schon in Tel Aviv. Ich habe gerade den Mietvertrag für meine Wohnung unterschrieben. Nach dem Jahr des Abschiednehmens steht nun ein Jahr des Neubeginns an. Ein ziemliches Gefühlschaos. Aber vor allem fühle ich mich dabei sehr lebendig.

Und ich freue mich auch, dass das TV-Studio mit Michael Mandlik, der lange Jahre Korrespondent in Rom und im Vatikan war, einen neuen Leiter bekommt, den ich persönlich und professionell sehr schätze.

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https://backup.ard.wien/2015/12/29/balkanroute-menschen-auf-der-flucht/ https://backup.ard.wien/2015/12/29/balkanroute-menschen-auf-der-flucht/#respond Tue, 29 Dec 2015 05:00:05 +0000 https://backup.ard.wien/?p=29911 Jahresrückblick von Till Rüger Das prägendste Erlebnis des Jahres war für mich, der Fußmarsch mit tausenden erschöpften Flüchtlingen über die Felder von Kroatien nach Slowenien. Bilder die an eine Völkerwanderung erinnern. Auch wenn ich die Flüchtlinge nur  für ein paar Stunden begleiten konnte,  wurde mir dabei doch intensiv bewusst, wie sehr die Menschen durch die […]

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Jahresrückblick von Till Rüger

Das prägendste Erlebnis des Jahres war für mich, der Fußmarsch mit tausenden erschöpften Flüchtlingen über die Felder von Kroatien nach Slowenien. Bilder die an eine Völkerwanderung erinnern. Auch wenn ich die Flüchtlinge nur  für ein paar Stunden begleiten konnte,  wurde mir dabei doch intensiv bewusst, wie sehr die Menschen durch die wochen- und monatelange  Flucht gezeichnet sind: Ein Vater zerrt mit der einen Hand einen vollgepackten schwarzen Rollkoffer über die aufgeweichten Felder, sein drei bis vierjährigen Sohn hängt an der anderen. Er will den Koffer in keinem Fall loslassen. Als der dann im Schlamm stecken bleibt, hebt er das Gepäckstück mit letzter Kraft auf die Schultern. Sein kleiner Sohn  löste sich dabei aus der Umklammerung der Hand und spielte völlig unbeeindruckt zwischen den anderen Flüchtlingen verstecken. Als sich die beiden aus den Augen verlieren, beginnen sie laut ihre Namen zu schreien. Andere Flüchtlinge springen herbei und sammeln den Kleinen ein. Vater und Sohn werden wieder vereint, bis zur nächsten Weggabelung, wo dasselbe Drama dann erneut beginnt. Für mich ein lebendiges Gleichnis: der Koffer steht für Vergangenes, das Kind für die Zukunft.

Viele solcher kleinen Erlebnisse haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt: Eine Mutter, die ihr neugeborenes Kind rennend auf dem Weg zum Zug zwischen Tausenden auf dem Wiener Westbahnhof stillt; ein Fünfjähriger der völlig in sich gekehrt zwischen Stacheldrahtrollen neben den wartenden und drängenden Menschen an der mazedonischen Grenze spielt. All diese Erinnerungen werden mich den Rest meines Lebens begleiten, denn 2015 war für mich das Jahr der Flüchtlinge auf der Balkanroute.

Till Rüger zu Fuß unterwegs mit tausenden Flüchtlingen im Oktober 2015 auf den Feldern bei Rigonce zwischen Kroatien und Slowenien. Foto: BR | Marko Lavrencic Till Rüger zu Fuß unterwegs mit tausenden Flüchtlingen im Oktober 2015 auf den Feldern bei Rigonce zwischen Kroatien und Slowenien. Foto: BR | Marko Lavrencic 1000 bis 2000 Flüchtlinge werden bei Dobova von Kroatien nach Slowenien über die grüne Grenze gebracht. Foto: BR | Till Rüger

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https://backup.ard.wien/2015/12/28/die-nacht-als-die-busse-kamen/ https://backup.ard.wien/2015/12/28/die-nacht-als-die-busse-kamen/#respond Mon, 28 Dec 2015 05:00:08 +0000 https://backup.ard.wien/?p=29997 Jahresrückblick von Ralf Borchard Es gibt Nächte im Leben, die man nicht vergisst. Die Nacht, als die Busse kamen, gehört für mich dazu. Gerade in Budapest angekommen, stand ich am 4. September vor dem Ostbahnhof zwischen zweitausend Flüchtlingen. Sie campierten im U-Bahn-Untergeschoss auf Matten, Decken – erschöpft, verzweifelt bis hoffnungsfroh, notdürftig versorgt von privaten Helfern. […]

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Jahresrückblick von Ralf Borchard

Es gibt Nächte im Leben, die man nicht vergisst. Die Nacht, als die Busse kamen, gehört für mich dazu. Gerade in Budapest angekommen, stand ich am 4. September vor dem Ostbahnhof zwischen zweitausend Flüchtlingen. Sie campierten im U-Bahn-Untergeschoss auf Matten, Decken – erschöpft, verzweifelt bis hoffnungsfroh, notdürftig versorgt von privaten Helfern. Im Hotel in der Nähe hatte ich mein mobiles Studio aufgebaut, mit dem Mikrophon in der Hand sprach ich jetzt vor allem mit jungen Männern aus Syrien, die versuchten, die Flüchtlingsgruppen zu organisieren. Hunderte waren tagsüber zu Fuß losmarschiert vom Ostbahnhof in Richtung österreichische Grenze. Sie liefen an diesem Freitagabend in der Dunkelheit auf der rechten Spur der Autobahn, begleitet von Fernsehkameras und ungarischer Polizei.

Plötzlich bekommt mein ungarischer Mitarbeiter Attila Poth einen Anruf von Viktor Orbans Pressesprecher. Um 21 Uhr werde es eine Pressekonferenz geben. Gegen zehn macht die Nachricht die Runde, die alles verändert. Die ungarische Regierung werde Busse schicken, hat Orbans Stabschef Janos Lazar angekündigt, 100 Busse, zum Ostbahnhof und an die Autobahn, um alle Flüchtlinge noch in der Nacht an die Grenze zu bringen. Die meisten Flüchtlinge bleiben skeptisch. Ist das wieder ein Trick, um alle in ein Aufnahmelager zu fahren, wie tags zuvor, als ein Zug, der angeblich nach Österreich fahren sollte, kurz hinter Budapest, in Bicske, gestoppt worden war, wo hunderte Flüchtlinge einen Hungerstreik begonnen hatten?

Die Flüchtlinge an der Autobahn entscheiden, dass einige in den ersten Bus einsteigen, unter der Bedingung, dass auch Helfer und Journalisten mitfahren dürfen. Dann, gegen Mitternacht treffen auch am Ostbahnhof die ersten Busse ein, Nahverkehrsbusse, in einer langen, gespenstischen Reihe stehen sie im Regen. Sollen sie einsteigen? Die Flüchtlinge zögern weiter.

Kurz nach Mitternacht verkünden die österreichische und die deutsche Regierung, die Grenzen für Flüchtlinge aus Ungarn zu öffnen. Gegen drei Uhr dann per Handy die Nachricht, die erste Flüchtlingsgruppe sei sicher zu Fuß über die Grenze nach Nickelsdorf in Österreich gekommen. Jetzt füllen sich immer mehr Busse hier am Ostbahnhof, Helfer wecken die schlafenden Familien im Untergeschoss, die die Nachricht kaum fassen können: wir dürfen weiter Richtung Deutschland.

Um sechs Uhr früh, nach kurzem Schlaf, stehe ich wieder auf dem Platz vor dem Ostbahnhof. Er ist fast leer. Nur Ali, 22, aus Syrien, und zwei Freunde stehen hier im Regen. Warum er nicht mitgefahren ist? „Ich habe weiter Angst“, sagt Ali, „Angst vor der Polizei, seit vier Wochen bin ich unterwegs, in der Türkei haben sie mich im Lager verprügelt, 2.500 Euro hab ich an Schlepper bezahlt, komme ich jetzt wirklich weiter Richtung Österreich und Deutschland?“ Wenig später steigen Ali und seine zwei Freunde dann doch in den nächsten Bus.

Ralf Borchard vor dem Registrierungszentrum für Flüchtlinge in Presevo in Südserbien. Foto: BR | Schaban Bajrami
Ralf Borchard vor dem Registrierungszentrum für Flüchtlinge in Presevo in Südserbien. Foto: BR | Schaban Bajrami

Einen Monat später, vor dem Registrierungszentrum für Flüchtlinge in Presevo in Südserbien. Wahir, 25, aus Syrien, wartet hier seit Stunden im strömenden Regen im Gedränge vor den Absperrgittern der Polizei. Zu Fuß sind er und seine Familie vom mazedonischen Grenzbahnhof Tabanovce über einen schlammigen Feldweg nach Serbien gelaufen. 8.000 Menschen kommen an diesem Tag in Presevo an. Versteht er die wachsende Skepsis in Deutschland, die Angst, dass einfach zu viele Flüchtlinge kommen? „Ich bin Arzt, ich will nach Leipzig, weil dort schon Freunde sind, will sechs Monate Deutsch lernen, drei Monate Fortbildung in einer Klinik machen und dann als Arzt arbeiten“, sagt Wahir. „Sehen Sie, ich respektiere die deutsche Regierung, die Menschen in Deutschland sehr, für das, was sie tun. Aber ich werde dem deutschen Staat nicht lange Geld kosten, ich will möglichst bald wie alle Steuern zahlen, gerne auch das Geld zurückzahlen, das ich vorher gekostet habe.“

Ungeduldig zieht seine dreijährige Tochter an Wahirs gelbem Regenumhang, den serbische Helfer verteilt haben. Dann, endlich, schieben Polizisten die Absperrgitter beiseite – und die Hoffnung auf ein Leben in Deutschland ist wieder ein paar Meter näher gerückt.

Es sind Begegnungen wie diese, die bleiben am Jahresende. Die Einsicht, dass jeder einzelne Flüchtling seine persönliche Geschichte hat. Und die große Frage, wie es weitergeht in diesem Flüchtlingsdrama im nächsten Jahr.

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https://backup.ard.wien/2015/12/27/senden-senden-senden/ https://backup.ard.wien/2015/12/27/senden-senden-senden/#respond Sun, 27 Dec 2015 05:00:53 +0000 https://backup.ard.wien/?p=29907 Jahresrückblick von Stephan Ozsváth Das Jahr 2015 begann mit einem Terroranschlag: In Paris zwar, aber noch vor Ort, nach der Solidaritäts-Demonstration der Regierungschefs,  gab der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban das Thema des Jahres vor: Flüchtlinge. Orban setzte seine Marke: Er wolle „Ungarn den Ungarn“ erhalten, sagte er einem Reporter ins Mikrophon. Orban ließ einen Zaun […]

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Jahresrückblick von Stephan Ozsváth

Das Jahr 2015 begann mit einem Terroranschlag: In Paris zwar, aber noch vor Ort, nach der Solidaritäts-Demonstration der Regierungschefs,  gab der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban das Thema des Jahres vor: Flüchtlinge.
Orban setzte seine Marke: Er wolle „Ungarn den Ungarn“ erhalten, sagte er einem Reporter ins Mikrophon. Orban ließ einen Zaun gegen Flüchtlinge errichten, die zu Tausenden nach Europa strömten und strömen. Den ganzen Sommer über verkaufte sich der Ungar als Retter der EU-Außengrenzen, dabei ging es ihm doch nur um eins: Ungarn frei von Flüchtlingen zu machen. Das ist ihm gelungen. Gerade wurde das größte Flüchtlingslager in Debrecen geschlossen.

Orban hat durch seinen Zaun die Flüchtlingsrouten umgelenkt, im Süden des Landes machte er den Sack zu, im Norden ließ er die Flüchtlinge ungehindert weiter reisen: Nach Österreich. Mittlerweile lässt er Häftlinge den Nato-Draht produzieren – er exportiert sein Zaun-Modell –  und verdient daran. Clever.

Stephan Ozsvath Gevgelija. Foto: BR
Stephan Ozsvath Gevgelija. Foto: BR

Es war ein anstrengendes Jahr. Auch für uns Korrespondenten. Flüchtlinge, Flüchtlinge, Flüchtlinge. Manche Arbeitstage am ungarischen Zaun begannen morgens um fünf und endeten nicht vor Mitternacht. Dazwischen: Senden, Senden, Senden.
An der serbisch-ungarischen Grenze, am Budapester Ostbahnhof, im mazedonischen Gevgelija, in Nickelsdorf, am Wiener Westbahnhof, im slowenischen Dobova…. Gesendet habe ich von überall: Aus dem Auto an der Autobahn-Raststätte, aus dem Bahnhofsrestaurant, aus einem Café, aus Hotels….

Das Jahr 2015 hat für mich einen Geruch: Saurer Schweiß. Er hing in allen Auffanglagern, lag wie Nebelschwaden über dem Bahnhof von Gevgelija, oder im Zug von Budapest nach Wien. Er erzählt viel über die Flucht: Menschen, die bis zu 50 Kilometer am Tag zu Fuß laufen. In dem, was sie am Leib haben.
Unvergessen der Moment in Gevgelija, als eine junge Syrerin ihre kleine Tochter verlor: Sie war in Griechenland geblieben. Das ist mir nahe gegangen – ich habe selbst drei Töchter, ich verstehe, wie verzweifelt so eine Mutter sein muss.

Unvergessen auch der Moment auf einem Maisfeld bei Röszke: Interview mit einem syrischen Familienvater auf den Gleisen. Eine seiner vier Töchter bietet mir Kekse an: Eine Geste der Gastfreundschaft mitten im Niemandsland.
In Slowenien wollten die Flüchtlinge schon gar nicht mehr mit mir reden: Total apathisch und erschöpft bestiegen sie die Busse, die sie an die österreichische Grenze bringen sollten. Nur weiter. Immer weiter.
Hunderttausende sind seit dem Sommer durch Mazedonien, Serbien, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Österreich gekommen – all diese Länder gehören zu unserem Berichtsgebiet. Die Nachfrage nach Reportagen, nach Erklärungen, blieb über viele Wochen sehr hoch. Schaffen wir das? Wir haben es geschafft. Auch dank der Verstärkung im Studio. Wertvoll in diesen Wochen: Ein aufmunterndes Wort, ein Lob aus der Redaktion. Auch das lädt die Akkus wieder auf.

Und was war noch? Im Frühjahr war ich Sonja Karadzic begegnet, der Tochter des bosnischen Kriegsverbrechers, dem in Den Haag der Prozess gemacht wird. Akribische Interview-Vorbereitung, mein erster Fernseh-Dreh mit Team, kein einfacher Dreh – auch nicht für unsere bosnische Kollegin Eldina, die während der Belagerung Sarajevos in der Stadt ausgeharrt hatte. Sonja Karadzic behauptete, ihre Familie hätte „soviel Gutes getan“ und die Massaker von Srebrenica seien eine Inszenierung der Amerikaner gewesen. Schwer auszuhalten.
Wunderbar dagegen die Begegnung mit Jovan Mirilo und seiner Frau Dragana. Sie leben heute in Österreich, weil sie in Serbien bedroht wurden: Jovan hatte ein Erschießungsvideo aus Bosnien an die Öffentlichkeit gebracht: Ein wichtiges Beweismittel. Jovan – ein Held. Für manche Serben: ein Verräter.
Dreharbeiten? Im Radio? Richtig gelesen. Das Projekt selbst war auch etwas Besonderes: Erstmals haben wir Radio-Korrespondenten Fernsehen gemacht, die Fernsehkollegen Radio  und wir alle zusammen ein Web-Special zu den „Schatten von Srebrenica“. Wir wurden zu „trimedialen Korrespondenten“. Mein persönliches Highlight in diesem Jahr.

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https://backup.ard.wien/2015/12/26/grenzen/ https://backup.ard.wien/2015/12/26/grenzen/#respond Sat, 26 Dec 2015 05:00:08 +0000 https://backup.ard.wien/?p=29967 Jahresrückblick von Karla Engelhard 2015 war für mich ein Jahr der Grenzen: Ländergrenzen wurden von Flüchtlingen überrannt, Regierungen begannen wieder Grenzzäune zu ziehen und über die Krise der Flüchtlingspolitik zu berichten, brachte mich an meine persönliche Grenze. „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache – auch nicht […]

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Jahresrückblick von Karla Engelhard

2015 war für mich ein Jahr der Grenzen: Ländergrenzen wurden von Flüchtlingen überrannt, Regierungen begannen wieder Grenzzäune zu ziehen und über die Krise der Flüchtlingspolitik zu berichten, brachte mich an meine persönliche Grenze.

„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache – auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs).

Karla Engelhard im Flüchtlingslager Traiskirchen bei Wien. Foto: BR | Jan Heier
Karla Engelhard im Flüchtlingslager Traiskirchen bei Wien. Foto: BR | Jan Heier

Noch nie war es für mich so schwer, dieser Maxime treu zu bleiben, wie in diesem Jahr. Für mich begann das Flüchtlingsdrama Ende August, als ein Kühl-LKW auf dem Standstreifen der Autobahn bei Wien gefunden wurde. Im luftdichten Laderaum sind 71 Menschen erstickt: 59 Männer, 8 Frauen und 4 Kinder. Opfer von Schleppern. Zeitgleich fand die Abschlusspressekonferenz der Westbalkanländer in Wien statt. Hauptthema: Flüchtlinge. Die toten Flüchtlinge lösten echte Betroffenheit bei Staatschefs und Bundeskanzlerin aus – vor laufenden Kameras. Kurz darauf sagte Angela Merkel in Deutschland: „Wir schaffen das!“. Wir berichteten da schon seit Wochen über das „das“, über die Flüchtlinge, die sich zu Hunderttausenden auf den Weg gemacht hatten. Nach der Fahrt über das gefährliche Mittelmeer zogen sie nun auf der, nicht weniger gefährlichen, Balkanroute: Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Österreich – Ziel: Deutschland. Bulgarien und Ungarn hatten schon früh die Grenzen dichtgemacht. Die Zivilgesellschaften in den Ländern auf der Balkanroute leisteten Großartiges, die Regierungen dagegen agierten völlig überfordert. Dabeisein, ohne dazu zu gehören? Für mich ein Spagat. Ich wünschte mir oft die politischen Entscheidungsträger mitten in die ziehenden Flüchtlingsgruppen, unangekündigt und ohne Bodyguard, damit sie die Verzweiflung der Menschen spüren, damit sie begreifen, dass es für diese Verzweifelten kein Zurück gibt.

Die 71 toten Flüchtlinge von der Wiener Autobahn sind mittlerweile identifiziert. Bei den Toten handelt es sich um 29 Iraker, 21 Afghanen, 15 Syrer, fünf Iraner und einen Mann ohne genaue Herkunft. Unter den Toten waren drei Familien, darunter auch eine sechsköpfige Familie aus Afghanistan. Die meisten Leichname wurden in ihre Herkunftsländer überführt und 15 Personen wurden auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet. Die mutmaßlichen Schlepper, die deren qualvollen Tod in Kauf nahmen, werden in Ungarn vor Gericht gestellt.

Darüber berichten wir 2016.

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